Partnerschaft zu stärken ist das Ziel der Deutschen Familienstiftung

(Familie ist dort, wo Kinder aufwachsen.)

 

Ziel der Stiftung

Viele Probleme in unserer Gesellschaft, wie Gewalt und Vernachlässigung u.a., haben ihre Ursache in der Unfähigkeit zum partnerschaftlichen Umgang miteinander. Die aus diesen Problemen resultierenden Kosten für unsere Gesellschaft sind hoch. Eine starke Partnerschaft ist besonders wichtig am Übergang zu Elternschaft, da eine Vielzahl von Belastungen auf die Eltern zukommt. Auf diese Belastungen nach der Geburt eines Kindes sind die Paare nicht vorbereitet. Aus dieser Überforderung resultiert eine Unzufriedenheit mit dem Partner, die mit einer Abnahme an Kommunikation und Zärtlichkeit einhergeht und nicht selten in einer Trennung endet. Es sind Strategien im Umgang mit dem entstehenden Zeitdefizit notwendig. Konflikte zwischen den Partnern müssen gemeistert, ihre gegenseitige Liebe erhalten werden. Wissen über die vitalen Funktionen eines Neugeborenen und seine Signale müssen verstanden werden. Weder Eltern noch Schule vermitteln Strategien, die dem Einzelnen helfen, diese besondere Belastung zu meistern, deren Bewältigung nicht nur das individuelle Wohlergehen, sondern auch das des Partners verbessert.

Gute Partnerschaft in der Familie, zwischen den Individuen, die die Basis für das Aufwachsen und die Entwicklung des Kindes bildet, gibt allen Geborgenheit und verbessert die Bindung des Kindes, eine Basis für erfolgreiches Lernen in allen Bereichen. So ist es Ziel der Deutschen Familienstiftung, Partnerschaft zu stärken.

Stiftung

Die Deutsche Familienstiftung (DFS) ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts. Ihr Zweck ist die „vor- und nachgeburtliche Vermittlung von schadensverhütendem medizinischen Wissen und von pädagogischen Kompetenzen im Sinne einer Partnerschafts- und Familienstabilisierung“. Eingerichtet wurde die Stiftung im Jahr 2000 von Prof. Dr. Ludwig Spätling, Frauenarzt und bis 2014 Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda gAG. Mit ihm bildet Prof. em. Dr. Dr. h.c. Laszlo Vaskovics, Direktor des Institutes für Familienforschung a.D. an der Universität Bamberg, den Vorstand. Den Beirat bilden Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Administration. Erstes Kuratoriumsmitglied war Frau Waltraud von Siemens +. Ihr folgte Frau Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rita Süßmuth, Bundestagspräsidentin a.D. Das zweite Kuratoriumsmitglied ist der Musiker und Komponist Klaus Doldinger.

Die Stiftung ist eine operative Stiftung mit geringem Kapital.

 

Welche Wege beschreitet die Stiftung?

Geburts- und Familienvorbereitung

Der Übergang zur Elternschaft bedeutet eine Situation des Umbruchs. Dieser Zeitpunkt zeichnet sich durch eine hohe Lernbereitschaft aus. Circa 70% aller Frauen in Deutschland und ein Großteil der Männer besuchen eine Vorbereitung auf die Geburt, die über die Krankenkassen finanziert wird. In diesem Kurs werden den werdenden Müttern Informationen über das Verhalten in der späten Schwangerschaft, unter der Geburt und im Wochenbett angeboten. Dieser etablierte und akzeptierte Kurs ist von der DFS in eine Geburts- und Familienvorbereitung (G+FV) erweitert worden, indem dem bisherigen Stoff Wissen über realistische Erwartungen von der Zeit mit einem Kind, Zeit- und Konfliktmanagement, sowie Partnerschaftspflege angegliedert wurde.

 

Weiterbildung von Hebammen

Um Hebammen das Wissen zu vermitteln, das zur Erweiterung der Geburtsvorbereitung in eine G+FV notwendig ist, wird an drei Wochenenden in ganztägigen Kursen das notwendige Wissen von Experten vermittelt. Die Teilnehmer erhalten abschließend ein Zertifikat, das zur Durchführung der G+FV berechtigt.

 

Familienschule

Zur Durchführung der G+FV wurde eine „Familienschule“ gegründet, in der eine Reihe weiterer für junge Familien wichtige Veranstaltungen durchgeführt werden, die alle auch die Thematik der Partnerschaftstärkung aufgreifen. Die DFS regt mit diesem Konzept die Bildung weiterer Familienschulen an.

 

Haus der Familie

Unter dem Begriff „Haus der Familie“ wurde eine übergeordnete Struktur geschaffen, die neben der „Familienschule“ einen Ort als Treffpunkt für Familien und Alleinerziehende, für Beratung, Vernetzung mit lokalen Angeboten für Familien, für Selbsthilfegruppen und für Seminare zur Verfügung stellt. Die Organisation des „Hauses der Familie“ erlaubt durch ihre Administration kleineren, qualitativ guten, allein wirtschaftlich nicht zu betreibenden Angeboten eine Existenz. Hiermit soll die Bündelung vorhandener Kompetenzen in einer Region zur Stärkung der Qualität und Verringerung von Redundanzen erreicht werden.

 

Wikifamilia

Wir wissen viel, aber das Wissen erreicht nicht die, die es brauchen. Mit Blick auf die Art, wie viele junge Bürger nach der Beantwortung von Fragen suchen, die im Netz gefundenen Antworten aber oft nur Meinungen einzelner fraglicher Qualität wiedergeben, wurde mit Wikifamilia ein Wissensportal geschaffen, das sich einerseits an die Lesegewohnheiten vieler Menschen anpasst, andererseits nur von Experten aufbereitetes verlässliches Wissen zur Verfügung stellt. In jeweils einer vorangestellten Zusammenfassung und einem kurzen folgenden Text beantworten die persönlich unterzeichnenden Fachleute Fragen zu Schwangerschaft, Geburt, Entwicklung des Kindes, Gesundheit und weiteren Themen rund um die Familie.

 

Selbst – und Partnerschaftsmanagement

Das Wissen, über den Umgang miteinander, dass jungen Paaren beim Übergang zur Elternschaft hilft, ist auch für potentielle Eltern gut. Auch der Eintritt ins Studium ist eine Umbruchssituation, die eine hohe Lernbereitschaft auszeichnet. Jungen Studierenden soll Wissen, das hilft Leben und Partnerschaften stress- und problemärmer zu meistern, sowie Teamfähigkeit und Führungskompetenzen zu fördern, zur Verfügung gestellt werden. Die DFS entwickelt z.Z. mit der Hochschule Fulda einen „credit points“ honorierten Kurs, der Studierenden aller Fachbereiche auch zur Erhöhung ihrer Sozialkompetenz zur Verfügung gestellt werden soll.

 

Fernziel: Lebenskunde

Auch wenn nur langfristig realisierbar, so scheint es sinnvoll, schulbegleitend Wissen um gute Partnerschaft von Anfang an zu vermitteln. Die DFS möchte darauf hinwirken, das Wissen, das für das tägliche Leben, Partnerschaft und Gesundheit wichtig ist, in die Vermittlung des Schulwissens einzubetten und zu diesem Verfahren bundesländerübergreifend systematische Forschung zu betreiben.

 

Symposien

Um die Wichtigkeit der guten Partnerschaft für alle Bereiche der Gesellschaft hervorzuheben, veranstaltet die DFS Symposien. So wurde einmal aufgezeigt, wie gute elterliche Partnerschaft die Bildungschance der Kinder erhöht. In einem zweiten Symposium, wurde dargestellt, wie wichtig dieses für Wissenschaft und Wirtschaft ist. Ein drittes Symposium thematisierte die Anforderungen an die Einzelnen, die Politik und die Wirtschaft verursacht durch den immer späteren Kinderwunsch, der durch die Grenzen des Alters oft unerfüllt bleibt.

 

Politische Arbeit

Eine Integration der Stärkung der Partnerschaft in viele Bereiche des Lebens bedarf der Mitwirkung vieler politischer Ebenen und deren nachgeordneter Institutionen. Deshalb stellt die DFS dort ihren Handlungsansatz vor und motiviert zum gemeinschaftlichen Vorgehen. Die Investition in die Eltern als früheste Lehrer der Kinder ist neben der Verbesserung kindlicher Bildungschancen ein effektiver Ansatz zur Prophylaxe von Gewalt, Vernachlässigung und gesundheitlichen Schäden. Beispielhaft sei das Projekt Frühe Hilfen der Bundesregierung erwähnt, das mit dem Ansatz und Unterstützung der DFS leichter realisiert werden kann.

 

Veranstaltungen für Bürger

Um im Bereich des Sitzes der DFS der Bevölkerung die Arbeit der Stiftung Arbeit näherzubringen und auch um Unterstützer zu werben, veranstaltet sie thematische Feste, Wettbewerbe, Auktionen und Konzerte. Diese „emotionalen Investitionen“ in die Region verbessern das Umfeld für Familien sichtbar, so dass sich Familien in der Region aufgehoben und verstanden fühlen und die DFS als eine Lobby für ihre Belange empfinden.

 

 

Fulda, 1. August 2014

 

www.deutsche-familienstiftung.de